ERT 17, Tag 8: Was hat dich bloß so runiert?

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Tourmalet. Been there, done that. Irgendwann will  ich aber auch mal sehen, wie es hier aussieht.

Seit ich die Europaradtour mitfahre, gibt es zwei Ereignisse, auf die man sich verlassen kann. Das eine: Es kommt der Tag, an dem ich ausraste. Das andere: Es regnet. Ausrasten müsste noch kommen. Der Tag mit dem Regen war heute. Mehr müssen es von mir aus auch nicht werden.

Am Anfang sieht es noch gar nicht so schlecht aus. Nur eben ziemlich neblig, als wir den Rest vom Col d’Aubisque raufkurbeln. Gut, dass ich gestern schonmal oben war und mich an der Aussicht berauscht habe. Heute liegen die Abhänge zur Linken in weißem Dunst, man kann die ganze Pyrenäenschönheit dahinter nichtmal erahnen. Als ich oben ankomme, hüllen sich Tierchen, Sascha und die anderen, die vor mir los sind, gerade in ihre Abfahrerkluft. Ich ziehe die Regenjacke an und fange an, langsam runter zu rollen. Großer Sport ist das nicht, was ich hier abziehe. Aber hey, diesmal ist es nass und ich hab ne Ausrede für meine nicht mehr vorhandenen Abfahrtskünste. Nur dass die ohnehin keiner hört, weil alle längst weg sind.

Viele Kilometer später sehe ich das Rudel wieder am Straßenrand stehen. Planänderung: Kurze Strecke statt lange, der Tourmalet wird wegen Wetter gestrichen, wir fahren nach Lourdes, Versehrte gucken. Moment mal, Sascha und der Salamandermann verzichten freiwillig auf einen Pass? Okay, die stehen bestimmt noch unter dem Einfluss ihres gestrigen Höhenmetermassakers. Ich dagegen hab noch Nachholbedarf an epischem Kram, außerdem ist der Tourmalet ein Tour de France Monument und wer weiß wann ich nochmal in die Gegend komme blablabla. Die pure Vernunft hat jedenfalls keine Chance und so verzichte ich auf die Freakshow und klemme mich an die Hinterräder von Johannes und Ulrich, die sich den Tourmalet auch nicht entgehen lassen wollen.

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Kitkat und Cola. Essen wie Gott in Frankreich hab ich mir irgendwie anders vorgestellt.

Ein Kaffee vorher wäre schön. Im Touristenort vor dem Anstieg gibt es zwar verlockende Boulangerien und Patisserien zuhauf, doch die haben gerade alle Mittagspause, so ungefähr von 12 bis 16 Uhr. Kein Wunder, dass die Franzosen tendenziell schlank sind. Essen können die ja fast nie kaufen. Immerhin finden wir einen gut sortierten Supermarkt, vor dem wir uns schnell Fertigwaffeln und Kaffee aus dem Kühlregal einverleiben. Hab ich erwähnt, dass Radfahren kulinarisch anspruchslos macht?

Über den Aufstieg auf den Tourmalet kann ich nicht viel sagen. Er ist ganz angenehm zu fahren. Der Ausblick beschränkt sich heute allerdings auf 20 Meter Asphalt vor mir, der Rest ist Nebel. Wenigstens erkenne ich dann auch nicht die Schluchten, die sich womöglich neben mir auftun. Ob das so klug ist, da heute raufzuklettern? Außer mir habe ich bis jetzt nur einen älteren Typen ohne Helm gesehen, und der sah nicht so aus, als würde er es bis nach oben schaffen. Ein paar Kilometer später erahne ich keine 30 Meter vor mir eine schemenhafte Gestalt auf dem Rad. Okay, es gibt also doch noch ein paar Verrückte. Sogar mehrere, und die sammle ich jetzt einen nach dem anderen ein. Ich will jetzt endlich oben sein. Oder noch besser: wieder unten. Denn die Abfahrt wird kein Spaß, das weiß ich jetzt schon.

Und sie ist dann sogar noch schlimmer als erwartet, denn kurz nach dem vernebelten Gipfelfoto fängt es an zu regnen. Es ist kalt, es ist nass und ich sehe nix. Nur einen Esel, der auf der Straße steht. Kann ich nicht auf dem runterreiten? Alle paar Meter muss ich anhalten, weil Hände und Nacken vom vielen Bremsen schon ganz steif sind. Um die Strecke zu sehen, muss ich auf den Garmin gucken. Aber selbst als es schnurgerade runter geht, und als der Nebel sich lichtet, traue ich mich nicht, laufen zu lassen. Warum zum Teufel bin ich auf einmal zu blöd, Berge runter zu fahren? Noch vor zwei Jahren bin ich Pisten mit badewannengroßen Schlaglöchern nach dem Motto „wer bremst, verliert“ runtergekachelt. Und jetzt? Ein Trauerspiel. In meinem Kopf spielen die Sterne: „Wo fing das an und wann? Was hat dich irritiert? Was hat dich bloß so ruiniert?“

Mein Lied! Auch in der dritten Abfahrt des Tages vom Col d’Aspin. Es ist immer noch feucht und außerdem wurde an der Seite gerade Gras gemäht, es könnte glatt sein! Irgendwas ist immer. Jetzt ist erstmal Pastaparty in unserem Wifi-freien Chalet. Sie hat immer Hunger, sie muss immer essen… Morgen gibt es übrigens wieder ein Träck, der wie ein Titel von den Sternen klingt: Vier Pässe, 160 Kilometer, 3800 Höhenmeter. „Gerechtes Brett!“

 

 

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ERT 17, Tag 7: Lucky Liszt macht keinen Epic Shit

 

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Auf dem Weg zum Col d’Aubisque.

Pure Vernunft darf niemals siegen? Mag sein, aber es gibt nunmal ein paar Dinge, die man besser nicht macht, wenn man ein bisschen an seinem Leben hängt. Mit Flip Flops auf Bergtour gehen, Ketamin mit drei Bier kombinieren, „Nazis raus“ in der Cottbus-Kurve brüllen – alles nicht so schlau. Mit meinem Luschen-Trainingsstand 6000 Höhenmeter an einem Tag fahren zu wollen, gehört auch in diese Kategorie. Und deshalb winke ich dankend ab, als mich Tom überzeugen will, die lange Bergfest-Route mitzufahren. Ein Höhenmeter-Massaker mit fünf Tausender-Pässen? Nee danke. Epic Shit ist gut und schön, aber ich hab genug davon in meinem Leben gemacht, um zu ahnen, dass das nach Suizidkommando klingt.

Bei den anderen aus der schnelleren Truppe hat sich diese Erkenntnis noch nicht durchgesetzt. Alle schon weg, als ich irgendwann nach 8 Uhr in den abgegrasten Frühstücksraum komme. Wenn die heute Abend ihre Heldentaten abfeiern, muss ich weghören, so viel ist klar. Aber erstmal muss ich selber fahren, und ganz ohne ist die kurze Strecke heute auch nicht. Ich komme so ziemlich als Letzte los und bin froh, dass es zunächst ein ganzes Stück leicht bergab geht. Die Straße kenn ich doch – sind wir da gestern nicht erst hochgefahren? Jetzt wird mir auch klar, warum das so anstrengend war.

Anstrengend ist es jetzt überhaupt nicht. Im Gegenteil: Es ist einfach nur herrlich. Ich bin ganz allein, die Morgensonne kündigt einen warmen Tag an und aus den grünen Tälern steigt noch Nebel auf. Im Hintergrund die blaue Silouette von Bergen, Bergen und noch mehr Bergen. Wir brauchen ja noch Aufgaben für die nächsten Tage. Schmerz-Bestandsaufnahme: Hände und Handgelenke melden sich, der Nacken auch ein bisschen, der Rücken bleibt weitgehend ruhig. Auch Tag 7 ohne Ibu? Möglich wär’s.

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Wurst im Frühstadium? Hoffentlich nicht.

Ab dem 30. Kilometer tut dann aber doch erstmal alles ordentlich weh. Der erste Berg des Tages begrüßt mich mit einer Rampe, die an den steilsten Stellen über 20 Prozent erreicht. Als die Garmin-Anzeige auf 14 Prozent rutscht, kommt mir das fast schon leicht vor. Später geht es etwas flacher weiter, aber alles andere als gemütlich. Egal, großer Sport wird das hier eh nicht. Dafür haut mich die Landschaft fast vom Rad. Grün und gewaltig sind die Schluchten, die sich rechts neben mir auftun. Hin und wieder stehen niedliche Ponys, prächtige Schafe oder noch prächtigere Kühe am Wegesrand. Die sehen hier alle so aus wie aus dem Bilderbuch. Auf der Abfahrt muss ich ständig anhalten zum Reifenkühlen und Tiere fotografieren. Und Anfassen! Zumindest versuche ich’s, doch die Schafe sind zu flink und wollen nicht.

Nach gut 60 Kilometern treffe ich Schorsch und die anderen Kurzfahrer am Buffet. Wenn alles gut geht, bin ich mit die erste in unserer heutigen Unterkunft und kann entspannt rumliegen, Wäsche waschen und bloggen. Aber ich könnte natürlich auch jetzt auf die lange Route einbiegen und noch ein paar Extra-Höhenmeter sammeln, damit ich gegen die EpicShit-Fraktion nicht ganz so alt aussehe heute Abend.

Ich entscheide mich für letzteres und somit für den Col de Marie Blanc. Berge mit Frauennamen sind mir suspekt, seit ich mir an der fürchterlichen Madeleine in der Mittagshitze die Zähne ausgebissen habe. Die Marie liegt immerhin im Schatten, anstrengend ist sie trotzdem. Ich merke, dass ich fast alle Höhenmeter seit Norwegen an Autobahnbrücken gesammelt habe. Kilometerlange Anstiege gab es jedenfalls nicht mehr und so schleppe ich mich im Schildkrötentempo den Berg hoch, der ja nicht der letzte ist für heute. Unsere Herberge liegt am Col d’Aubisque, und auf den muss ich auch noch rauf.

Erstmal allerdings muss ich dringend Flaschen füllen. Spätis gibt’s nicht, aber Brunnen. Kann man das Wasser trinken? Keine Ahnung, aber ich hab nen robusten Magen und Angst vorm Verdursten, also ist die Sache klar. Weniger klar ist mir, was für ein Brocken der Aubisque ist. Ich stiefele schon eine ganze Weile bergauf, als ich irgendwo ganz oben ein weißes Gebäude sehen. Ist das der Gipfel? Muss ich da etwa hin? Nein, noch viel höher, wie ich nachher feststellen werde. Auf halber Strecke sichte ich die WfF-Fahne vor unserer heutigen Unterkunft. Richtig, die war ja gar nicht auf dem Gipfel. Der Langfahrer-Träck geht aber nach ganz oben und deshalb will ich da auch hin.

Beim Radfahren lernt man ja eine ganze Menge. Beim Radfahren im Hochgebirge vor allem eins: Gleichmut. Man steht unten und muss rauf. Egal, wie lang es dauert, egal was alles wehtut und egal ob man Lust dazu hat. Es hilft kein schimpfen und kein jammern. Es gibt nur eine Sache, die man tun kann: treten. Und das mache ich. Einfach stumpf treten. Hirn ausschalten und mich auf den Gipfel freuen. Die Belohnung kommt aber schon vorher, als ich ein Waldstück verlasse und sich die Pyrenäen in der Abendsonne vor mir erstrecken. Gänsehaut am ganzen Körper, tiefe Dankbarkeit für das alles, Glücksgefühle, Endorphin-Overflow, wohoo!

Auf dem Gipfel Fotos machen, Snickers kaufen, Grinsen, wieder runter fahren, immer noch grinsen. Schlechte Nachrichten derweil von den Epic-Ridern: Herlind ist gestürzt. Alles noch dran, aber blöd. Gute Besserung! Einige mussten dann mit dem Auto fahren, weil die Zeit zu knapp wurde. Am Ende habe ich zwar nur 3800 Höhenmeter auf dem Tacho, aber ich glaube, ich hatte heute von allen den besten Tag auf dem Rad.

ERT 17, Tag 5: Das Konformitätsexperiment

Große Gruppe bei kleiner Pause.

Ein Team ist im besten Fall mehr als die Summe seiner Mitglieder. Im schlechtesten fällt der Saldo negativ aus. Ich glaube, bei uns war gestern eher letzteres der Fall. Was auch daran lag, dass irgendjemand die Defekthexe in unsere Gruppe eingeladen hat.

Das war überflüssig, denn eigentlich sind wir vom Start weg schon genug Leute. Die Langetappe ist mit 140 Kilometern diesmal recht überschaubar, das bekommen auch die nicht so Größenwahnsinnigen hin, zumal uns in San Sebastian ja ein Ruhetag erwartet. Wir brechen also zu elft in Pamplona auf – kommen aber nicht allzu weit. Noch in der Stadt stelle ich fest: Mein gerade aufgepumpter Hinterreifen ist platt. Der aufmerksame Leser weiß: Das hatten wir schonmal. Nach dem großen Erfolg von „Pannen in Spanien“ I, II und III nun also die Fortsetzung. Nur weiß man ja spätestens seit Alien 3, dass solche Sequels irgendwann auch ausgereizt sind. Wie auch immer, diesmal habe ich die Fitfucker an meiner Seite und die können nicht nur schnell Radfahren, sondern auch schnell Schlauchwechseln. Nur etwas beunruhigend, dass ich jetzt keinen Ersatz mehr habe.

Einen Fahrradladen werde ich wohl frühestens in San Sebastian finden. Selbst wenn es auf der Strecke einen gäbe: Er hätte mit Sicherheit zu. Wenn ich eins gelernt habe in fünf Tagen Spanien, dann dass die Einkaufszeiten streng limitiert sind. Die Läden haben wenige Stunden am Vormittag auf und dann nochmal kurz am Abend. Eine sympathische antikapitalisitische Einstellung, aber durch die Berliner Spätikultur bin ich nunmal völlig verkorkst. Auf jeden Fall: Ersatzschlauch is nich, ich muss bei der Gruppe bleiben, denn hinter uns wird auf der langen Strecke nicht mehr viel kommen.

Das Baskenland ist mir sympathisch.

Im Rudel fährt es sich deutlich flotter als allein, aber dafür tut’s auch mehr weh. Vor fünf Tagen waren die Beine untrainiert aber wenigstens ausgeruht. Inzwischen schmerzen Muskeln, von denen ich gar nicht wusste, dass sie noch da sind. Außerdem piekt der Hintern, die Hände scheuern, der Nacken zieht und der Rücken sowieso – Ibu wäre jetzt so schön, aber bis zum Ruhetag will ich ohne auskommen. Außerdem geht es anderen auch nicht so viel besser. Als wir nach gut 40 Kilometern für ein zweites Frühstück anhalten, protestiert jedenfalls keiner. Da das erste Frühstück für mich weitgehend ausgefallen ist, kaufe ich zum Kaffee alles Essbare, was ich finde. Kakao, Kinder Bueno und das letzte eingeschweißte Madeleine. Radfahren macht anspruchslos. Und die Stärkung zahlt sich aus, denn bald wird es bergiger. Gruppefahren is nich, ab 7 Prozent Steigung kämpft für sich allein und ich schlage mich gar nicht so schlecht. Mit Herlind und Johannes habe ich zwei Mitfahrer mit deutlich besserem Power-to-weight-Verhältnis vor mir, die will ich nicht aus der Sichtweite verlieren.

Tu ich auch nicht, denn just als der erste Teil des Anstiegs geschafft ist, sprengt Christian seine Kette. Zum Glück hat der Salamandermann nicht nur einen brachialen Tritt, sondern auch ein gut ausgestattetes Ersatzteillager, allerdings im Auto. In den 20 Minuten, die wir auf den Materialwagen warten, versuche ich meine Mitfahrer mit den Lautäußerungen der Gänsegeier vertraut zu machen („gegegegeg“, „gagaga“ , „kak-kak“, wer weiß wozu man das hier noch braucht). Nur das Tierchen und Schorsch bekommen die Lektion nicht mehr mit, weil sie schon weitergerollt sind. Dürfen die das? „Ja“, sage ich als Individualist. „Nein“, sagen die Kollektivisten. Willkommen zum ERT-Konformitätsexperiment: Wo hört Teamwork auf, wo fängt Gruppenzwang an? Das gibt auf jeden Fall noch reichlich Potential für Lagerkoller.

Als Tom wenig später mit plattem Reifen dasteht, entscheidet die Schwarmintelligenz, dass Weiterfahren für alle besser ist, zumal hier oben im Pyrenäenvorland auch bald ein Wetterumschwung droht. Tom ist schnell und Sascha, der bei ihm bleibt, auch. Die beiden werden auch ohne das Rudel durchkommen. Zumal die Gruppe ja sowieso ständig auf irgendwen warten muss. Meistens auf mich, die ich ja neuerdings die Abfahrten nur noch herunterkrieche. In der nächsten Stadt haben uns die beiden Leistungsträger auch schon wieder eingeholt. Schorsch dagegen wird überholt, der Eclair-Bär kommt gerade vom Bäcker zurück und nimmt mit uns nun den letzten Berg in Angriff.

Oben erwartet uns ein Anblick, der für mich überraschend kommt: Das Meer. Richtig, San Sebastian war ja der Grund, weshalb ich meinen Bikini eingepackt habe. Wenn das so weiter geht, werde ich den aber nicht brauchen, weil wir sowieso erst übermorgen ankommen. Tom hat sich das Hinterrad verzogen – also nochmal anhalten zur Bastelstunde. Ist jetzt ja auch schon egal. Eine letzte lange Abfahrt, nach der schon wieder alle auf mich warten müssen, und endlich geht es rein ins schmucke San Sebastian. Wird auch Zeit, ich bin müde und hab Hunger. Ein letztes Gruppenbild am Strand – die Defekthexe darf nicht mit drauf – schnell schnell, alle wollen endlich ins Hostel. Am besten in Einzelzimmer.

ERT 17, Tag 4: Urlaub fürs Gehirn

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Was soll man denn hier auch denken?

Radfahren ist ein schönes Hobby. Man sollte es betreiben wie ein Gentleman, genießen und schweigen. Macht hier aber keiner. Stattdessen Kettengespräche beim Abendessen: Die neuesten Dopingtrends, Leistungsmesserlatein, irgendwas mit der FTP, wer fährt wann und mit wem, Ernährungsfragen, blablabla. Okay, als Berliner ist man ja dankbar für jedes Gespräch, das sich nicht um den verkorksten Wohnungsmarkt dreht. Aber wenn ich noch zehn weitere Abende Sportlersprech um die Ohren gehauen bekomme, braucht mein Gehirn bald eine Rekom-Einheit.

Immerhin hab ich auf der heutigen Etappe nach Pamplona einen anspruchsvollen Gesprächspartner: mich. Beim Aufpumpen am morgen habe ich festgestellt, dass der hintere Mantel schon ziemlich gefährlich aussieht. Ich schicke die anderen also schonmal voraus und mache mich ans Wechseln. Das klappt auch ganz gut, doch als ich vom Händewaschen komme, ist der Reifen schon wieder platt. Also nochmal von vorn. Als ich dann endlich loskomme, sind die anderen Kurzstreckenfahrer schon fast eine Stunde weg.

So richtig schlimm finde ich die Aussicht auf einen Soloritt aber nicht. Der Rücken fühlt sich auf dem Rad längst nicht so schlimm an wie heute Morgen im Bett. Ich hab Kopfhörer, ein schönes DJ-Set, die Sonne scheint und Spanien sieht streckenweise ziemlich beeindruckend aus. Niemand ist da, der schneller fährt als ich, niemand über den man sich ärgern könnte. Nur der Straßenbelag ist suboptimal, der macht den Eindruck als habe jemand den Asphalt mutwillig umgepflügt. Wenn ich diesmal auf Abfahrten bremse, habe ich also wenigstens einen Grund. Nur sind Abfahrten ohnehin selten auf diesem Teil der Strecke. Meistens geht es irgendwie bergauf und das macht Hunger. In einem der wenigen nennenswerten Orte auf der Strecke kaufe ich ein undefinierbares Süßgebäck, das ich gerade auf einer Bank sitzend kaue, als die Kaffeetrinker-Bande vorbeiprescht.

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Kaffeepause is heute nicht.  Cola für die Trinkflasche und ne Koffeintablette müssen reichen.

Wenn die jetzt nicht noch drei weitere Kuchenstopps machen, seh ich die heute nicht wieder. Aber egal, muss ich mich eben mal mit mir selbst begnügen. Leider haben sich Me, Myself and I nicht allzu viel zu sagen. Bloß nicht über Arbeit reden. Aber über was dann? Wetter? Liebe? Bundestagswahl? Sinn des Lebens? Ach nee, lass ma, ich mach lieber wieder Musik an. K.I.Z. räppen „Urlaub fürs Gehirn“. Genau so fühlt sich das hier an.

Mein Hirn wälzt sich gerade auf der Sonnenliege, als ich fast am Buffet vorbeirausche. Dort sind meine Kuchenfreunde gerade im Aufbruch begriffen. Ich bleibe erstmal hier. Mit Käsestullen im Magen werde ich die letzten 50 km ja wohl auch noch alleine hinbekommen. Tue ich dann aber nicht. 30 Kilometer vor Schluss ist mein neu aufgezogener Hinterreifen schon wieder platt. Okay, ich hab ja jetzt Übung. Die ERT-Slowrider-Fraktion kommt vorbeigezogen. „Alles gut?“ „Ja, ich komm klar.“ Autofahrer halten an, einer wendet sogar um zu gucken, ob ich Hilfe brauche. In Brandenburg würden die das nur machen, um über einen drüber zu fahren!

Reifen geflickt und wieder rein. Lieber nicht verschwenden das Material, wer weiß was noch kommt bei meinem Glück. Ich pumpe. Pumpe weiter und pumpe noch mehr. Nichts tut sich. Langsam wird’s ungemütlich unter der prallen Sonne. Und langsam werde ich ungemütlich. Aber nur die Geier über mir hören mein Fluchen, alle anderen sind ja nun weg. Das zweite Loch ist auch schnell ausgemacht, es muss an den neuen Reifenhebern liegen. Scheiß Reifen, scheiß Reifenheber. Kein Wunder, dass die im Sonderangebot waren.

Von fern wittere ich Sportlerschweiß. Der Fitfucker-Express! Die ERT-Elite, bestehend aus Tierchen, Salamandermann, Sascha und Tom, kommt gerade von der langen Strecke und sammelt mich ein. Für Kettengespräche hat zum Glück keiner mehr die Muße, Pamplona ruft und wir haben’s eilig. Zwei Kilometer vorm Ziel ist dann auch noch Toms Hinterrad platt. Wow. Die Defekthexe schiebt heute anscheinend Überstunden. Mein Gehirn sagt, die soll jetzt auch mal Urlaub machen.

 

 

 

ERT 17, Tag 3: Unter Geiern

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 Eeey, sucht euch ein anderes Mittagessen!

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Wind, Du Drecksfotzenscheißarschlochspastenhurensohn! Fick Dich und verpiss Dich von meiner Strecke!

So, das hätten wir geklärt. Dann kann ich ja jetzt berichten. Ich hab mich gestern extra früh ins Luxushotelbett gelegt. Halb eins wars, mindestens eine halbe Stunde eher als sonst. Und was hab ich davon? Ich wache ne dreiviertel Stunde eher auf. Na toll, das hat sich ja gelohnt. Zumal ich so auch noch voll die Rush-Hour an der Kaffeemaschine mitnehmen kann. In der Zeit, die das Ding für einen großen Kaffee braucht, bringen andere Leute Kinder zur Welt! Mehrere!

Losrollen mit den üblichen Verdächtigen. Körpercheck. Die Beine schweigen, der Rücken auch. Bin ich schon tot? Nein, und das soll auch so bleiben, findet mein Kopf. Also bremse ich mich wie ein Anfänger die Abfahrten runter. Vergessen ist das alte Motto „wer bremst, verliert“. Kamikaze-Liszt war gestern, heute ist Kaninchen-Liszt. Wenigstens beim Bergauffahren erinnert sich der alte Körper an seine früheren Fähigkeiten. Geht zumindest besser als die letzten beiden Tage. Als das Rudel schon nach 20 Kilometern zur ersten Kaffeepause einbiegt, würde ich eigentlich gern weiter. Aber hey, Gruppenzwang.

Alleine fahren wäre eigentlich auch mal schön. Musik hören, Klappe halten und Spanien angucken statt anderer Leute Hinterräder. Ich bin heute nicht die einzige mit solchen Bedürfnissen, Julia – aka das Tierchen – ist nach dem Buffet schonmal losgeprescht und ich mache es ihr wenig später nach und setze mich von der Gruppe ab. Herrlich. Ich hab ja nichts gegen Leute und schon garnicht gegen meine Mitfahrer. Aber ich bin eben auch gern mal allein und das ist man hier sonst nur auf dem Klo.

25 Kilometer im Introvertiertenmodus enden in einer Stadt, die so ähnlich heißt wie diese psychoaktive Pflanze, Ayahuasca. Tom und Tierchen warten dort und nehmen mich in den Windschatten. Der ist jetzt plötzlich auch wieder nötig. Es bläst von allen Seiten außer von hinten. Und weil das allein nicht anstrengend genug ist, gibt es jetzt auch noch eine perfide Steigung, die man zwar nicht sieht aber spürt. Die beiden Leistungsträger gleiten ungerührt über den Kraterasphalt. Ich kann so unmöglich die nächsten 60 Kilometer weitermachen! Wir verabreden uns für die nächsten brauchbare Kaffeegelegenheit und ich freue mich gerade, wieder allein zu sein, als ich feststelle, dass mein Hinterrad platt ist. Kein Problem, Schlauchwechsel kann ich. Was ich nicht kann: Reifen aufpumpen, jedenfalls nicht diesen hier. Das Ventil hat sich gelöst, steckt jetzt im Kopf der Handpumpe fest und bewegt sich kein Stück mehr. Ich opfere sogar ein Stückchen Zahn beim Versuch, es rauszudrehen. Nix geht. Ich sitze also mit einem kaputten und einem ventillosen Schlauch sowie einer unbrauchbaren Pumpe in der spanischen Steppe und warte auf das Rudel, das bestimmt mal wieder irgendwo rastet.

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Der Orbea-Mann hat mich erst gerettet und dann begleitet. Viel gesprochen haben wir aber nicht.

Über mir kreisen Vögel. Viele Vögel und sehr große Vögel. Erst hatte ich sie für Adler gehalten. Inzwischen glaube ich aber, dass es Geier sind. „Fliegen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen! Und schon gar nicht zu Essen!“ Also jedenfalls nicht so bald. Bevor die Tiere das morsche Menschenfleisch verkosten können, kommt mein Retter auf einem orangefarbenen Orbea angestrampelt. Ein Spanier, der kaum englisch spricht und bei 23 Grad mit Windjacke bergauf fährt. Er hat keine rasierten Beine, aber immerhin eine Pumpe und die benutzt er auch, um den geflickten Schlauch wieder einzubauen. Ich würde es ja selbst machen, aber wenn einem der Frauenbonus schon so aufgedrängt wird… Zum Dank ziehe ich ihn gegen den Wind den Rest des Kackbergs hoch. Dabei muss sogar ich mich etwas bremsen, und das will was heißen. Es gibt also Leute, die noch unfitter sind als ich.

Die fitteren sitzen seit eineinhalb Stunden im Café und warten auf mich. Nett von ihnen, zumal der Wind inzwischen nochmal deutlich aufgefrischt hat. Selbst hinter den beiden Sportskanonen ist es ungemütlich. Findet auch mein Rücken, der immer nachdrücklicher nach Ibu verlangt. Aber wenn ich jetzt damit anfange, kann ich mir die Tabletten ab morgen schon zum Frühstück einverleiben. Dann geht’s nämlich nicht mehr ohne. Es geht aber sowieso nicht mehr viel, jedenfalls nicht mit mir. Dem Puls zufolge müsste ich demnächst explodieren, der Rest des Körpers will sich einfach vom Rad werfen. Und in meinem Kopf singen mal wieder The Clash: „Should I stay or should I go?“ Ich entscheide mich für letzteres und lasse die Begleiter davonstiefeln. Endlich allein! Endlich Musik! Und irgendwann auch endlich eine Abfahrt! Die kann mir der Scheißwind nun auch nicht mehr vermiesen. Aber wenn das morgen so weiter geht mit dem Gebläse, dann werde ich noch ausfallend.

ERT 17, Tag 2: Erste Klasse im Fitfucker-Express

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Mein Ausblick heute: Hinterräder und stramme Waden.

Dass das spanische Frühstück nicht opulent ausfällt, weiß man ja und ich find das auch gut, weil ich mich dann wenigstens nicht überfressen kann. Als ich heute morgen etwas verspätet in den Frühstücksraum komme, ist die Auswahl aber doch etwas karger als erwartet. Es gibt: Nichts. Und dazu entkoffeinierten Kaffee aus der Kapselmaschine. Das ist selbst mir zu wenig, trotz des Blutwurstmassakers am Vorabend. Bevor ich ernsthaft ausrasten kann, kommt dann aber doch noch Abhilfe in Form von richtigem Kaffee und warmen Schrippen.

Das ausgeklügelte Packsystem im Nilpferdkoffer ist schon am ersten Tag zusammengebrochen, aber irgendwann finde ich mich dann doch in meiner nigelnagelneuen Bioracer-Kluft am Start ein. Dort wartet schon die Sportler-Fraktion der ERT. Viel High-End-Material und drei Zentner stahlhartes Athletenfleisch. Wenn das mal gut geht. Beim Losrollen erstmal Bestandsaufnahme: Was tut alles weh und wie sehr? Beine, Rücken melden sich und außerdem ist der linke Arm ist etwas gezerrt vom Schienensturz. Gleich mit Ibu anfangen oder noch 5 km warten, bis wir auf dem ersten Berg sind? Ich wähle „Warten“ und der Schmerz lässt nach. Was vielleicht auch daran liegt, dass es sich inzwischen ganz angenehm fährt.

Kommt der Wind von vorne oder von hinten? Ich weiß es nicht, denn am Ende des Zwölfer-Feldes rolle ich verdammt komfortabel und außerdem geht es gefühlt die ganze Zeit bergab. Schöner Reisen im Fitfucker-Express! Irgendwann teilt sich das Feld, weil die Genießerfraktion die erste Gelegenheit zum Kaffeetrinken nutzt. Mir ist das noch zu früh, ich hab mich ja nicht angestrengt bis jetzt. Noch 30 Kilometer zum Buffet, da wird sich ja vielleicht noch das ein oder andere Café finden. Doch ich habe die Rechnung ohne die Zugführer gemacht. Die wollen durchbolzen. Merke: Im Fitfucker-Express gibt’s keinen Speisewagen.

Als wir am Buffet ankommen, haben unsere WfF-Begleiter gerade erst angefangen mit Äpfel schnippeln und Wurst drapieren. Dabei können wir jetzt zuschauen, gut dass wir uns so beeilt haben! Nach der Pause teilt sich unser Zug noch einmal. Wir sind jetzt zu sechst. Vier Sportler, Garminschorsch und ich. Das ganze fühlt sich ein bisschen wie ein Downgrade in die zweite Klassse an, denn jetzt kriege ich hinten auch Gegenwind ab und davon gibt es auf einmal viel. Sehr viel. Es nervt. Die drahtigen Bergfex-Leiber werfen kaum Windschatten. Ich vermisse Marc, die Spandauer Schrankwand. Wir stellen auf Einerreihe um, ist okay, mir gehen ohnehin die Gesprächsthemen aus, nachdem ich meine neueste Erkenntnis, dass Christian in manchen Momenten an eine Echse erinnert, jedem mitgeteilt habe.

100 Stunden Hinterradglotzen. Langweilig. Aua. Ich verliere mein Handy beim Fotografieren und wir müssen anhalten. Mal wieder. Denn die Pausen werden häufiger und der Fitfucker-Express verkommt langsam zur Bimmelbahn. Ich mag nicht mehr. Jedenfalls nicht ohne Kaffee. Aber Jammern hab ich mir verboten, sonst werfen die mich noch aus dem Zug.

Irgendwann eine Stadt, Siestatotentanz, aber KaffeeColaEis gibt es trotzdem, wie schön. Die Zugführer koppeln Schorsch und mich ab und biegen auf die lange Strecke ein. Jetzt ist Julia unsere Lok und zieht uns gegen 100 km/h Gegenwind zur Endstation in Barbastro. Dort residieren wir heute ganz nobel im Grand Hotel. Nicht übel. Ich hab Hoffnung, dass es dort morgen sogar Frühstück gibt.

 

 

ERT 17, Tag 1: Einrollen, leicht wellig

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Die Spanier wissen, wie man es sich hübsch macht.

Bei der ERT werden traditionell immer zwei Strecken am Tag angeboten. Eine kurze für die Ü65-Fraktion und die Nicht-so-Trainierten. Und eine lange für die, die etwas fitter sind. In den letzten Jahren gab es da nicht viel zu entscheiden: Luschenrunde is nich, außer bei Regen oder sehr guten Ausreden. Diesmal läuft es anders. Da gibt es eine „kurze“ Runde für die Normalharten. Und eine lange für die Verrückten. Ich bin nicht verrückt, und so war ich ganz froh, als selbst der Streckenchef am Vorabend ankündigte, die kurze Variante zu fahren. Er wird schon wissen wieso, und so war die Sache klar.

Natürlich gab es dann viel Bier und wenig Schlaf, so dass ich schon vorm Start leicht gereizt zwischen all den erwartungsfrohen Mitreisenden herumstolpere. Wo sind meine Pedale? Wo sind die Magnete zu meinen Pedalen? Wo ist der Drehmomentschlüssel? Wo ist Tom? Warum hat eigentlich niemand mein Fahrrad zusammengeschraubt? Oder wenigstens geputzt? Die Räder sind mit dem Transporter ab Berlin gereist und auf dem Weg zum Verladen hat es geregnet. Das Trek ist deshalb schon vorm ersten Spanienmeter eingesaut und ich bin leicht versehrt, weil ich mich – passenderweise in der Invalidenstraße – auf nassen Straßenbahnschienen abgelegt habe. Auch schon egal, dann hab ich wenigstens noch einen guten Grund für Ibu.

Die brauche ich aber erstmal nicht, denn viel passiert nicht. Stop and go im großen Rudel durch Barcelona. Von Ampel zu Ampel, mehr stehen als fahren. Eine gute Gelegenheit, sich die Stadt anzugucken, die so hässlich ja nicht ist. Und leider auch nicht so klein. Barcelona hört und hört nicht auf, was blöd ist, weil ich pinkeln muss. „Sind wir bald dahaaa?“ Nein, aber immerhin ist die Strecke jetzt freigegeben. Ich muss im Rudel bleiben, soviel ist klar. Zum einen, weil ich Windschatten brauche. Zum anderen, weil ich offenbar keine Pyrenäenkarte auf meinem Garmin habe und folglich nicht navigieren kann.

Apropos können: Berge kann ich auch nicht. Was ungünstig ist, weil die fangen jetzt an. Mir fällt ein, dass der größte Anstieg, den ich in diesem Jahr gefahren bin, der Hügel vorm Bäcker in Buckow ist. Meine Lunge behauptet, ich hätte die letzte Woche Kette geraucht. Lügenlunge! Meine Beine behaupten, ich hätte zu wenig trainiert. Ich fürchte, da haben sie Recht. Ich klammere mich also an die edlen Windschattenspender und hoffe, niemanden zu vergrätzen, wenn ich bergab mal wieder bremsend die Gruppe zerrupfe. Abfahren hab ich anscheinend auch verlernt. Na toll. In meinem Kopf spielen The Clash in Dauerrotation „Spanish Bombs“. Niemand will mit mir singen.

An irgendeinem Hafen ist das Buffet aufgebaut. Ich schaffe es, mich nicht zu überfressen. Hätte ich’s mal gemacht! Weil: Das ungewohnte Bergefahren macht Hunger, wie ich später feststelle. Aber in den spanischen Ortschaften, die wir durchqueren, herrscht Totentanz aka Siesta. Unsere Einkehrmöglichkeit: Eine Brasseria in einem idyllischen Wellblech-Industriebau. Essen gibt’s nicht, aber dafür Kaffee und Cola und das hilft ja auch für ein paar Kilometer. 130 hat die kurze Strecke heute und mir reicht das völlig aus. Ich klopfe mir innerlich auf die Schulter, dass ich nicht Tom und den anderen paar Fitfuckern auf die lange Strecke gefolgt bin. Ständig geht es bergauf, Spanien sieht immer gleich aus, mein Rücken meldet sich und ich will jetzt endlich Kuchen.

Den gibt es dann aber erst im Ziel. Innerhalb von 10 Minuten inhaliere ich den täglichen Kohlenhydratbedarf eines Tour-de-France-Teams. Abends gibt es Blutwurst mit Blutwurst an Chorizo und Bratwurst. Wenigstens Fressen kann ich.